AUTORIN Junge Bechtheimerin schreibt Fantasy-Romane
Der Roman „Fluch der Magie“ von Aylen Hyuga liegt auf dem Tisch, das Notebook wartet nur darauf, dass seine Besitzerin wieder Zeit findet in die Tasten zu hauen. Aylen Hyuga lässt sich schließlich am Schreibtisch nieder, um ihre Arbeit fortzusetzen. Im richtigen Leben heißt sie natürlich anders, nämlich Tina Brauer. Das Pseudonym hat sie sich vor allem aus Angst vor Neidern zugelegt. „Ich kenne Autorenkollegen, die regelrecht bedroht wurden, als sich der Erfolg einstellte“, sagt sie. Und wie kam der Autorenname zustande? „Aylen heißt die Tochter meines Bruders, die ich bisher leider noch nicht kennengelernt habe“, erklärt „Hyuga“. Hyuga ist eine Figur aus der Anime-Serie „Naruto“, die die Autorin besonders mag. Darin geht es vor allem um einen jungen Ninja. Kampfkünste sind eine weitere Leidenschaft der Autorin. Sie selbst betreibt „Bujinkan“, muss derzeit allerdings pausieren: Im Juni wird „Hyuga“ zum ersten Mal Mama.
Wie ist sie eigentlich zum Schreiben gekommen? „In der Grundschule habe ich noch sehr gerne Aufsätze geschrieben, aber irgendwann habe ich die Lust am Schreiben und Lesen völlig verloren“, erzählt sie. Erst ihr Mann David konnte die junge Autorin wieder für Bücher begeistern. Sie wurde zu einer solch eifrigen Leserin von Fantasyromanen, dass sie in einem Gothic-Forum begann Bücher zu rezensieren. „Da hatte ich dann meist so viel zu kritisieren, dass mein Mann mir eines Tages vorschlug eigene Sachen zu schreiben“, schmunzelt sie. Gesagt, getan. Die erst 25-jährige Nachwuchsautorin entpuppte sich als extrem fleißig. „Wenn ich in Ruhe arbeiten kann, schaffe ich es einen Roman innerhalb von drei Wochen fertigzustellen“, verrät sie. Die Ideen dazu kommen ihr bei ganz normalen Alltagssituationen. Ob beim Kochen oder beim Spaziergang mit ihrem Hund, die junge Frau grübelt ständig über den Fortgang ihrer Geschichten. Denn wenn sie mit dem Schreiben beginnt, hat sie meist nur einen groben Handlungsstrang im Kopf. Der Rest kommt am Computer wie von selbst. Auch der Ehemann bringt den ein oder anderen Gedanken ein.
Derzeit arbeitet die Autorin parallel an vier Romanen. Erschienen sind bereits zwei Teile aus ihrer Werwolf-Saga: „Fluch der Magie“ und „Feuer des Verlangens“. Die Titel verraten: „Hyuga“ schreibt am liebsten Fantasy-Romane mit einer Prise Erotik. Fabelwesen wie Werwölfe, Vampire, Magiers oder Trolle werden in ihren Büchern real.
Nun soll allerdings eine Kurzgeschichte ohne Fantasiewesen mit dem Titel „Die Unendlichkeit einer unerfüllten Liebe“ erscheinen. „Ich muss nicht unbedingt Fantasysachen schreiben, aber es eröffnet mir mehr Möglichkeiten“, ist sie sich sicher. In den Fantasiebüchern könne sie eher eigene Erfahrungen und Erlebnisse einfließen lassen, ohne zu viel von sich preiszugeben. Außerdem ist es ihr wichtig in ihren Büchern Themen anzusprechen, bei denen andere Menschen gerne wegschauen. Dies falle ihr in diesem Genre leichter.
Was ihr derzeit ein wenig Kopfzerbrechen bereitet, sind die großen Verlage. „Ich habe bei einigen angefragt, aber die sagen mein Name sei noch zu unbekannt“, bedauert sie. Mit „Books on Demand“ hat sie nun allerdings doch einen Verlag gefunden, der ihre Bücher publiziert.
Für ihren Erfolg arbeitet die junge Frau hart. Um sich um den geplanten Umzug der Familie kümmern zu können, legt sie derzeit häufig Nachtschichten ein. „Wenn ich Zeit habe, fange ich in den frühen Morgenstunden schon an zu schreiben und höre erst abends wieder auf“, verrät sie. Die Bücher seien zu ihrem Leben geworden, gesteht sie. „Ich hoffe, dass mein Sohn irgendwann stolz auf mich ist“, lächelt sie.